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zu sich wandelnden Lebensformen
Die 37. Internationale Alt-Katholische
Theologenkonferenz tagte vom 27. August bis 1. September 2001 in Prag und
beschäftigte sich mit dem Thema Kirche und Gesellschaft - Umgang mit
sich wandelnden Lebensformen. Dabei standen im Zentrum der Vorträge
und Beratungen vor allem zwei Bereiche: Ehe und Homosexualität. Im
Hinblick auf beide zeigte sich, dass es eine Reihe offener Fragen gibt,
deren Beantwortung nach Meinung der Konferenz eine wichtige Aufgabe für
die alt-katholischen Kirchen darstellt.
Ehe Wir haben festgestellt, dass es keine gemeinsame alt-katholische Ehetheologie gibt. Auf dem Weg zu einer solchen Ehetheologie sind u.a. folgende Fragen zu klären: * Inwieweit ist die
konkrete Gestalt der Ehe von der Natur, von der Kultur und inwieweit von
der Offenbarung bestimmt?
Homosexualität Die Konferenz ist sich einig, dass Homosexualität weder schuldhaft noch krankhaft ist und dass der Diskriminierung Homosexueller in Kirche und Gesellschaft entgegengetreten werden muss. Wir haben festgestellt, dass die Diskussion in den einzelnen alt-katholischen Kirchen noch zu keinem gemeinsamen Standpunkt geführt hat. Die Konferenz sieht die Notwendigkeit, über die Bibelstellen, die zur Ablehnung der Homosexualität herangezogen wurden und über ihre Wirkungsgeschichte in den Gemeinden zu sprechen und die heutigen Erkenntnisse der Exegese zu vermitteln. Die Konferenz stimmt darin überein, dass es gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften gibt, die der Liebe und Treue zwischen Menschen dienen und unter dem Segen Gottes stehen. Es ist zu fragen: * Inwiefern unterscheiden
sich diese Partnerschaften theologisch von der Ehe?
Prag, 31. August 2001 |