Altkatholische Kirche in Südtirol

Ein Bild aus der Kirche St. Magdalena:
Vertreibung der hl. Magdalena und der Gemeinde aus dem heiligen Land
Auch sie hatte es nicht einfach.

Erst seit 1998 werden in Bozen regelmäßig altkatholische Gottesdienste gefeiert. Einer der Gründungsväter der altkatholischen Kirche Friedrich von Schulte ist zwar 1914 in Meran gestorben, doch hat es zuvor keine altkatholische Gemeinde in Südtirol gegeben.

Was mit einem Gottesdienst, der alle zwei Monate stattfand, begann, ist jetzt zu einer zwar immer noch kleinen, aber sehr aktiven Gruppe gewachsen.

Am 04. Juni 2000 haben wir uns als Verein konstituiert, weil wir Strukturen brauchen, um als Gemeinde bestehen zu können. Doch leider ist auch die altkatholische Kirche keine konfliktfreie Organisation. 

Seit Juli 2002 gehörten wir - nach Konflikten mit dem zuvor zuständigen Bischof - nicht mehr zu Italien, sondern wurden vom österreichischem altkatholischen Bistum aus betreut. Dies war eine Lösung, die den pastoralen Bedingungen besser Rechnung trug. 

Nachdem wir 2004 den Antrag an die Internationale Bischofskonferenz gestellt hatten, ganz in das österreichische Bistum integriert zu werden, hat der für Italien zuständige Delegat der IBK erklärt, wieder seine bischöfliche Obsorge für unsere Gruppe übernehmen zu wollen. Wir warten nun erst einmal ab, wie sich der Dialog mit dem Bischof entwickelt und wie er seiner erneut übernommenen Verantwortung nachkommen möchte. 

Wir zweifeln als Altkatholiken nicht nur an der Unfehlbarkeit des Papstes. Wir sind ja auch von unserer eigenen Fehlbarkeit und auch der unserer Amtsträger überzeugt. So sind wir immer wieder aufgerufen, uns auf Versöhnung zu besinnen und nicht der Eigendynamik von Machtspielen zu folgen. Jesus Christus hat sich um unseretwillen in die absolute Machtlosigkeit des Kreuzes begeben, um uns zu erlösen. Wie können wir dies als Legitimation für Machtspiele nehmen? Das wäre doch pervers.

Wir haben dabei zwar kirchenrechtlich den Gemeindestatus verloren, da wir von der Anzahl der Mitglieder her zu klein gewesen wären. Es zeigt sich aber, dass Bischofskonferenzen durchaus Entscheidungen treffen können, die an der Basis überhaupt nichts ändern und alles bleibt so, wie es ist. Durch solche Vorgänge wird man sich klar, dass kirchliche Apparate und Hierarchien nur eine relative Wichtigkeit haben und sich auch in einer kleinen Kirche weit von der Basis entfernen können. 

Wichtiger als kirchenrechtliche Zuordnungen sind gelebte menschliche Beziehungen in der Gruppe und zu anderen Gemeinden und Gruppen. Wir wurden immer schon von Österreich aus betreut und wir pflegen eine lebendige Beziehung zu den Gemeinden Innsbruck, Klagenfurt, St. Pölten und die Gruppe um Karin Leiter. Wir sind ferner an einem lebendigen Austausch zu den Anglikanern interessiert, mit denen wir die volle Kirchengemeinschaft haben.

Wenn wir  die Eucharistie feiern, sind wir nicht nur feiernde "Gemeinde", sondern realisieren sogar in der Feier der Eucharistie die eine heilige katholische und apostolische Kirche. Dies können wir aber nur in Gemeinschaft anderen Gemeinden und Ortskirchen.

Als Patronin haben wir die heilige Magdalena gewählt. Sie hat Jesus in seinem Leben über lange Zeit sehr nahe gestanden und ihn liebevoll begleitet: bis in den Tod am Kreuz.
Sie ist die erste Zeugin der Auferstehung, so daß wir ihr unseren Glauben zu verdanken haben.
Sie hat die Apostel überzeugt, daß es mit der Kreuzigung Jesu doch nicht vorbei ist.
Sie hat die Apostel zum Glauben bekehrt und sie wird daher auch Apostola apostolorum (Apostolin der Apostel) genannt.

Kleine Gemeinden haben eine andere Qualität des Zusammenlebens:
Für uns ist z. B. es wichtig, nicht gleich nach dem Gottesdienst auseinander zu gehen.
Wir können in unserer Kirche doch Gott nur begegnen, wenn es auch menschlich zwischen uns stimmt.